Broadchurch (2013) | Sehen oder nicht sehen?

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Broadchurch (2013–2017)
48 min|Crime, Drama, Mystery|07 Aug 2013
8.4Bewertung: 8.4 / 10 von 101,469 Nutzern
Broadchurch ist eine britische Krimiserie mit David Tennant als Detective Inspector Alec Hardy und Olivia Colman als Detective Sergeant Ellie Miller in den Hauptrollen. Als eines Tages der 11-jährige Danny Latimer unter mysteriösen Umständen tot an der Küste der gleichnamigen Stadt umgeben von Felsblöcken gefunden wird, wird das kleine verschlafene Broadchurch plötzlich Schauplatz eines großspurigen Polizeieinsatzes sowie eines nie dagewesenen Medienrummels.

Ich bin immer wieder auf der Suche nach einer guten Krimiserie, dadurch habe ich natürlich auch schon seit längerer Zeit von Broadchurch gehört. Da ich jedoch immer Schwierigkeiten habe, mich mit englischen Serien anzufreunden, da diese mehr auf Atmosphäre als auf Spannung gehen, hatte ich es nur mit dem amerikanischen Remake Gracepoint probiert (Schande über mich). Doch das Problem daran war, dass der Hauptcharakter von vornherein recht anstrengend war und in der amerikanischen Fassung von Anna Gunn gespielt wird. Und jeder der Breaking Bad gesehen hat, kann diese Schauspielerin nicht mehr schauen, ohne genervt zu sein. Daher war bei mir nach der ersten Folge schon wieder Schluss. Nun probierte ich es also doch mit dem englischen Original. Funny Fact: der Hauptdarsteller ist in beiden Versionen der gleiche.

Ich muss sagen, ich bin sehr froh, dass ich mir das Remake nicht weiter anschaute, sondern Broadchurch am Ende doch noch die Chance gab, denn die Serie ist wirklich großes Kino. Heutzutage gibt es Krimiserien wie Sand am Meer, aber nicht jede schafft es, auf mehreren Ebenen zu fesseln. Sie braucht eine gute Mischung aus Story, Stimmung und Spannung. So richtig in die ganze Thematik kam ich erst durch The Killing, und daher vergleiche ich zwangsläufig immer sehr. Sorry, aber für mich ist die Serie nunmal das Maß meiner Dinge. Aber da kann ich sagen, dass Broadchurch wirklich eine gute Figur macht. Es wird sehr viel wert auf Bilder und Ruhe gelegt. Viele Szenen sind lang, haben schöne Einstellungen und sind mit der richtigen Musik hinterlegt. Auch die Story überzeugt von Anfang an. Ich mag es immer sehr, wenn keine Rücksicht genommen wird, ob manche Sachen zu hart sind, sondern einfach erzählt werden, auch wenn es sehr unangenehm ist. Und das macht Broadchurch immens. Die Thematik wird von Folge zu Folge intensiver und das Ausmaß des Ganzen offenbart sich immer mehr. Broadchurch schafft es eine Härte zu zeigen, die einen bis in das Mark geht, und das ganz ohne Brutalität. Wenn ich mir anschaue, wie sich zwei Menschen unterhalten und ich nach dem Gespräch erst einmal eine kurze Pause brauche um das zu verarbeiten, dann weiß ich, hier weiß jemand was er tut. Wie es typisch bei dem Genre ist, schafft es auch Broadchurch, dass man nach jeder Folge jemand anderen in Verdacht hat, der Schuldige zu sein. Jeder in dieser kleinen schönen Kleinstadt hat Dreck am Stecken und wird auf unterschiedliche Weise so dargestellt, dass man ihm alles zutraut. Auch die Entwicklung der Protagonistin leidet darunter. Am Anfang noch die Gutgläubigste Person der Welt, wird ihr von Folge zu Folge immer mehr bewusst, zu was Menschen alles fähig sind. Und bis zum Ende hatte ich wirklich keine Ahnung, in welche Richtung sich die Serie entwickelt.

Ich hatte die Möglichkeit die erste Staffel komplett nacheinander durchzuschauen, was meiner Meinung nach auch das Schauen der Serie noch einmal aufwertet, weil man nie zur Ruhe kommt, und das Geschehen fast in Echtzeit miterlebt. Würde man sich zuviel Zeit zwischen den einzelnen Episoden lassen, könnte man eventuell zu nüchtern auf die nächste Folge stoßen, also ist mein Tipp an jeden klar: Nehmt euch Zeit und schaut euch die 8 Folgen einfach innerhalb weniger Tage an (am Besten sich einfach mal den Sonntag dafür freihalten). Im Internet habe ich gesehen, dass man sich vor der zweiten Staffel etwas in Acht nehmen sollte, da die Messlatte mit der ersten schon sehr hoch gesetzt wurde. Eigentlich sollte man ja aufhören, wenn es am Besten ist, aber natürlich will ich wissen, wie es mit der Stadt weiter geht. Aber auch wenn die zweite Staffel nicht das halten soll, was die erste verspricht, muss man wenigstens die ersten 8 Folgen gesehen haben.

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