Serien Reviews: Hannibal (2013) | SERIEOUS.de

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Hannibal (2013–2015)
44 min|Crime, Drama, Horror, Mystery, Thriller|04 Apr 2013
8.5Bewertung: 8.5 / 10 von 231,298 Nutzern
FBI-Agent Will Graham hat eine besondere Gabe. Er kann tief in den Verstand anderer Personen eindringen und deren Erlebnisse zu seinen eigenen machen. Eine Fähigkeit, die ihm einerseits bei der Aufklärung von perfiden Mordfällen hilft, ihn andererseits aber auch an den Rand des Wahnsinns bringt. Als eine neue Mordserie das FBI erschüttert, bittet ihn Special Agent Jack Crawford um Hilfe...

Da heute die 3. Staffel in den USA anläuft, dachte ich mir, wird es Zeit euch zu sagen, ob es sich lohnt die letzten zwei aufzuholen. Ich muss gestehen, ich habe “Das Schweigen der Lämmer” und “Hannibal” zwar gesehen, aber das ist wirklich sehr lange her. Und die Vorgeschichte “Roter Drache” lief erst vor einigen Tagen das erste Mal auf meinem Beamer. Mir fehlt demnach nach “Hannibal Rising“. Viele Fragen sich sicherlich, wie weit die Serie mit den Filmen zu tun hat. Aber ich muss direkt hier stoppen und einwenden, dass die Serie sich nicht als Reproduktion der TV-Adaptionen versteht, sondern als weitere Interpretation der Romane. Ich kann leider nicht ganz einschätzen, ob es besser war, die Filme vor der Serie zu sehen oder danach. Ich kann nur sagen, dass ich durch meine Unwissenheit die Serie wohl mit einer anderen Einstellung geschaut habe, als andere. Doch bisher hatte ich dadurch keine negativen Erfahrungen.

Hannibal ist eine unglaublich saubere, elegante und brutale Serie, die es schafft das Abscheuliche mit Schönheit zu verbinden. Das Interessante an der Serie ist, dass Sie eine Alternative Erzählung bzw. Interpretation der Romane ist und dadurch eine neue Sichtweise auf das Ganze bietet. Charaktere und Handlungen sind anders, gleich oder ähnlich und doch bietet sich hier eine komplett neue Story, die man trotzdem irgendwie kennt. Aber das ist es nicht, was Hannibal zu dem macht was es ist, sondern es sind die Farben, die Bilder, die Stimmung und Mads Mikkelsen, die die Serie zu einer der innovativsten TV-Produktionen der letzten Jahre machen. Man merkt wirklich sehr, mit wie viel Liebe zum Details und zum Skurrilen hier gearbeitet wird. Die Leidenschaft und Nähe, die Hannibal zu den Morden hat, wird so gut verdeutlicht, dass man manchmal selbst die anscheinende Schönheit im Grauen erkennt. Selbst die Kochszenen sind so eklig und gleichzeitig lecker, dass man nie genau weiß, was man fühlen soll. Alles ist elegant, farbenfroh und zeitgleich düster und schrecklich.

Auch wenn die Serie Hannibal heisst, und er auch eine zentrale Rolle spielt, wird der Fokus genauso viel auf Will Graham gelegt: wer er ist, was er kann und wie ihn das alles verändert. Das war für mich am Anfang etwas komisch, da ich diesen Bezug nicht kannte (erst durch den Film wurde mir klar, worum es eigentlich geht). Aber das hat dem Ganzen nicht geschadet und ich fand mich wieder mehr in der eigenen Serienwelt von Hannibal wieder. Der Crime-Aspekt verleiht dem ganzen auch eine abwechslungsreiche Note, da es sonst sicherlich zu langatmig wird und man so oft spannende Nebenstorys hat, die zusammen mit dem eigentlichen Plot (Hannibal isst Menschen und keiner weiß es) immer mehr verschmelzen. Die Spannung wird von Folge zu Folge höher, da für den Zuschauer und auch für die Protagonisten das Gesamtkonstrukt immer klarer wird.

Ich habe lange keine Serie mehr gesehen, die es schafft künstlerisch und unterhaltsam zu gleich zu sein und mich trotzdem von der ersten Folge an packt. Also unbedingt anschauen, wirklich!

Meine Wertung
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