Der abhängige Serienblog

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The Leftovers (2014–)
60 min|Drama, Fantasy, Mystery|29 Jun 2014
8.2Bewertung: 8.2 / 10 von 55,042 Nutzern
Ein Tag im Oktober - und nichts ist mehr, wie es einmal war: 140 Millionen Menschen verschwinden urplötzlich von der Erde. Normale Frauen, Männer und Kinder, aber auch berühmte Persönlichkeiten und sogar der Papst sind unter den Vermissten. Die übrig gebliebene Bevölkerung - "The Leftovers" - bleibt traumatisiert zurück...

The Leftovers ist die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Tom Perrottas und thematisiert das plötzliche Verschwinden von zwei Prozent der Menschheit. Die Serie spielt 3 Jahre nach den Ereignissen und fokussiert verschiedene Charaktere und Ihr Verhältnis zum “Depature”. Man wird einfach in das Thema hineingeworfen und bekommt erst durch das Schauen der einzelnen Episoden immer mehr mit, was geschehen ist und warum die Menschen so handeln, wie sie handeln.

Für mich ist The Leftovers zu einer der besten Serien in den letzten Jahren geworden und nimmt nun einen festen Platz auf meiner Top 5 ein. Im Gegensatz zu vielen Serien, die dem Zuschauer fast alles auf dem Silbertablett servieren, überlässt The Leftovers euch selbst das Denken. Man sieht Geschehnisse und begleitet die Charaktere auf ihrem Wege sich mit Ihren Problemen auseinanderzusetzen. Hierbei geht es um Trauerbewältigung, Glaubenskrisen und der Angst der Unwissenheit. Was ist passiert? Warum ist es passiert? Wird es wieder passieren? Warum wurde ich verschont? Sehe ich jemals meine Familie wieder? All das sind Fragen, auf die es keine klare Antwort gibt. Wie soll man mit solch einer Ungewissheit leben? Eine Frage die man sich im Leben sicherlich mal stellen muss und auf die jeder eine andere Antwort hat.

Anstatt auf nur auf Mystery und Sci-Fi zu setzen, schwört The Leftovers ganz klar auf die dramatische Darstellung der Geschichte. Mit Hilfe von einem Soundtrack der sich gewaschen hat, steht hier ganz klar die emotionale Ebene im Vordergrund. Man lernt jeden Charakter Stück für Stück kennen und erfährt was der Vorfall mit Ihnen angestellt hat. Hier werden auch verschiedene Cliffhanger eingesetzt, die immer spannender werden und die Handlung immer mehr verzerren. Viele Handlungsstränge werden nicht aufgelöst und gehören einfach zur Geschichte dazu. Oftmals vermutet man eine Verbindung von all dem was man sieht, so ist man es ja gewohnt, aber wer bei The Leftovers auf einen bestimmten Punkt hin hofft, wird sicherlich am Ende nicht das bekommen, was er erwartet hat.

Meiner Meinung nach hat The Leftovers nicht die Intention eine Welt zu beschreiben, in der ein übernatürliches Event spuren Hinterlassen hat und man nun herausfinden muss, was der Grund dafür war, sondern man beobachtet wie alle betroffenen damit umgehen. Dieser Werdegang ist zu vergleichen mit den 5 Stufen der Trauer: Leugnen, Zorn, Verhandeln, Depression, Akzeptanz. Manche Menschen schaffen es eher als andere diese Stufen zu meistern, andere brechen mittendrin zusammen. Diese Metapher wurde hier in ein Drama gepackt, was seines gleichen sucht.

Nachdem die erste Staffel zugänglich die Premisse beschreibt und das Thema recht unangetastet lässt, wurde in den darauf folgenden Staffeln die Messlette ordentlich nach oben geschraubt und endet am Ende der dritten Staffel mit einem Finale, wie es für mich nicht hätte besser gelöst werden können. Jede einzelne Folge ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die meistens ganz unten endet. Ein guter Freund von mir hat The Leftovers als depressivste Serien von allen beschreiben. Hier finde ich aber, dass es die Art & Weise ist, wie man das alles sieht, der ausschlaggebende Punkt. Man kann alles unterschiedlich auffassen und das macht es so spannend darüber zu philosophieren. Es gibt wenig Serien die dafür Spielraum lassen und es trotzdem schaffen, dass man sich nicht außer Acht gelassen fühlt.

Natürlich gibt es viele, die daran Kritik üben, dass The Leftovers einem nicht sagt, was man zu denken hat oder was das überhaupt alles soll. Aber genau darin liegt die Stärke dieser Serie. Wie soll man erklären, warum all diese Menschen das tun, was Sie tun. Das wissen Sie selbst bestimmt nicht einmal. Aber man soll beobachten, empfinden und nachdenken. The Leftovers schafft es das Drama auf eine so epische Ebene zu bringen, dass man nicht das Gefühl hat eine Serie zu schauen. Man leidet, ist schockiert, freut sich, wird überrascht, bangt und wird süchtig.

Wer The Leftovers noch nicht gesehen hat, muss sie einfach sehen. PUNKT.

Meine Wertung
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