Der abhängige Serienblog

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Neben den ganzen unterschiedlichen Superhelden Serien auf The CW (Flash, Arrow, Supergirl, Legends of Tomorrow) und den Netflix-Pendants (Daredevil, Luke Cage, Jessica Jones und Iron Fist) gibt es nun eine weitere Serie, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzt: Legion. Hier begibt man sich in das X-Men Universum und behandelt die Geschichte um David Heller, dem Sohn von Charles Xavier.

Und meine Güte ist das ein geiles Ding! Legion ist anders als alles was man sonst geschaut hat. Nicht nur im Bezug zum Thema Superhelden, sondern auch als Serie. Die Geschichte und die Art und Weise wie sich die Sendung präsentiert gehen Hand in Hand und machen daraus eine surreale Achterbahnfahrt, die einem keine Ruhe lässt.

Was Legion so bemerkenswert macht ist die Tatsache, dass die Erzählweise der Geschichte in Verbindung mit der Story abgestimmt ist. Um das kurz nachzuvollziehen gibt es eine kleine Einweisung in den Plot: David Heller hört seit seiner Kindheit Stimmen, kann Objekte bewegen und leidet unter schlimmen Alpträumen. Daraufhin wird er zum Psychiater geschickt, der Schizophrenie diagnostiziert und deswegen unter Beobachtung in eine Klinik eingewiesen. Als dann plötzlich eine geheime Gruppe auftaucht und man erfährt, dass David Krankheit wohl keine Krankheit ist, wird man mehr und mehr in die Welt der Mutanten geführt. Nun muss sich David mit dem Gedanken auseinander setzten, dass er seit jeher falsch diagnostiziert wurde und „lediglich“ besondere Fähigkeiten hat.

Doch wie erlebt man seine Umwelt, wenn Objekte sich plötzlich bewegen, man fremde oder bekannte Stimmen hört oder Dinge sieht, die niemand anderes sehen kann? Wie sind die Erinnerungen an Momente, die Davids leben prägen, wenn er denkt, er sei krank und alles was er erlebt nur in seinem Kopf passiert? Normalerweise wird der Zuschauer direkt in die richtige Richtung gelenkt und versteht das Geschehen mehr als die Protagonisten selbst – man weiß was real ist und was nicht. Doch das will Legion nicht – warum sollte der Zuschauer mehr wissen, als der Held der Geschichte?

Es ist nicht leicht das Besondere an Legion in Worte zu fassen, da ich selbst nicht einmal im Kopf das Ganze ordentlich zusammenführen kann. Legion ist so verwirrend und abstrakt, wie Davids Leben sein muss. Hier geht es nicht im Vordergrund um Mutanten und den Kampf den diese gegeneinander führen müssen, wie in den X-Men Filmen, sondern hier geht es um David und die Suche nach der wahren Geschichte. Sind das Erinnerungen oder Träume? Ist das nun Realität oder Fiktion? Was ist wahr und was ist falsch? Und was hat es mit dem Monster auf sich? All diese Fragen, die David sich selbst stellen muss, muss der Zuschauer sich auch stellen. Und es gibt meiner Meinung nach keine richtige Lösung. Was Legion daher meiner Meinung nach so besonders macht ist nicht die komplexe Handlung, sondern die Art & Weise, wie diese präsentiert wird. Ohne Rücksicht auf Verluste macht Legion sein eigenes Ding und das ist einfach großartig – verrückt, verwirrend, lustig, spannend und Aubrey Plaza!!

Wer also endlich mal etwas schauen will, was sich von dem Einheitsbrei abhebt und bereit ist, mal nicht alles zu hinterfragen, sondern sich darauf einlässt, was einem gezeigt wird, wird mit Legion etwas finden, was er so schnell nicht vergessen wird. Nachdem die erste Staffel nun auch schon vorbei ist, wurde eine zweite bereits bestätigt und man, bin ich heiß drauf!