Der abhängige Serienblog

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Nach Agents of S.H.I.E.L.D., dem Netflix-Defenders-Universum und Inhumans kommt nun mit The Gifted eine weitere Marvel Superheldenserie ins Fernsehen. Nun wird das X-Men Universum behandelt. Hier geht es speziell um die Zeit nach einem tragischen Ereignis bei dem eine tausende Menschen durch eine Mutantin ums Leben gekommen sind. Im Zentrum steht eine Untergrundorganisation die versucht geflüchteten Mutanten Unterschlupf zu gewährleisten.

Leider ist es so, dass die Grundidee von The Gifted zwar ziemlich interessant ist, aber es ganz schön an der Umsetzung hapert. Die Intention der Serie ist es, die Geschichte auf die gejagten Mutanten zu fokussieren, ihren Überlebenskampf zu schildern und den Konflikt des Menschen gegenüber Unbekannten darzustellen. Das klappt leider nur sehr geringfügig und viel zu spät. Am Anfang der Serie hätte ich sie noch sehr zerissen und würde der lieblosen Geschichte und der langweiligen Darstellung eher abraten. The Gifted wirkt zuerst einfach zu generisch. Es gibt nur wenig interessante Charaktere, die Story ist in einem Satz erklärt und die Effekte überzeugen auch nicht wirklich. Erst nach einigen Folgen stellt sich die eigentliche Problematik zur Schau und das finde ich ziemlich schade. Statt wieder eine Serie zu produzieren, die den Kampf zischen Mutanten und Menschen zeigt wäre es dochmal eine gute Abwechslung gewesen, sich mehr darauf zu konzentrieren, was hinter dem Vorhang passiert. Zwar greift The Gifted das auf, schöpft aber das Potential nicht aus. Dennoch erfrischt es mich, mehr über die X-Men und Ihre Welt herauszufinden.

Als kleinen Köder hat The Gifted mit Amy Acker und Jamie Chung zwei gute tragende Charaktere bekommen, ohne die die Serie für mich auf jeden Fall nicht so gut funktionieren würde. Aber auch zwei mir noch unbekannte Gesichter haben mich erst einmal noch am Ball bleiben lassen. Der Leader der Untergrundorganisation John aka Thunderbird aka Blair Redford und FBI Agent Jacw Turner aka Coby Bell machen einen guten Job, die Ernsthaftigkeit der Situation wenigstens etwas nachvollziehen zu können. Ansonsten macht The Gifted schon einmal den richtigen Ansatz und schafft es eine interessante Seite der X-Men darzustellen, fernab von dem was man schon kennt. Ich hoffe, dass es tiefer in die Materie geht und langweilige Pseudodramatik außen vor gelassen wird.

Für alle Fans der ganzen Superhelden-Thematik ist The Gifted sicherlich mal eine recht unterhaltsame Abendserie, aber ansonsten kann man ruhig erstmal drum herum laufen und sich das für lange Durststrecken aufheben.