Spotlight: Westworld (2016) | SERIEOUS.de

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Bei so vielen Serien, die in den letzten Monaten und Jahren aus dem Nichts entstehen, glaubt man, dass die Vielfältigkeit ebenfalls zunimmt. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass immer mehr Serien bereits nach der ersten Staffel eingestellt werden, weil eben nichts Neues präsentiert wird. Da ist es natürlich sehr erfrischend wenn es eine Serie schafft, endlich mal mal aufzuräumen. Westworld ist für mich DIE Serie im letzten Jahr, wenn nicht sogar in den letzten Jahren. Es ist schon etwas länger her, dass es eine Serie geschafft, mich bereits nach der ersten Folge in die Sucht zu treiben. Aber hier stimmt einfach alles: Charaktere, Stimmung, Geschichte, Musik, Entwicklung, Spannung.

Ich muss zugeben, ich habe weder den Film noch das Buch gelesen und betrachte Westworld einfach als eigenständige und neue Serie. Da natürlich die Geschichte ähnlich sein wird, bringen die Protagonisten und die Art und Weise, wie die Adaption umgesetzt wurde, die eigentliche Magie hervor. Und natürlich der Cast: Thandie Newton, Evan Rachel Wood, Anthony Hopkins, Ed Harris…

Was mich an Westworld am Meisten reizt, ist dass sich Geschichten erst nach und nach offenbaren und sich die Handlung selbst entwickelt. Das klingt jetzt vielleicht sehr undefiniert, aber genau das passiert nun mal. Man kann sich über alles Gedanken machen, versuchen den roten Faden zu finden, die Geschichte selbst zu erklären, aber während dieser Vorgänge kommen so viele neue Faktoren in die Gesamtgleichung, dass jede Idee oder Lösung umgeworfen wird. Es findet einfach eine Entwicklung statt, die keiner hervorsehen kann. Das macht die Serie dauerhaft spannend. Dazu kommt die unglaublich spannende Thematik und die Charaktere, die man nach und nach mehr kennen lernt und sich schnell vor tausenden neuen Fragen befindet. Was ist richtig, was ist falsch? Was ist wahr und was ist gelogen? Was ist real und was ist Fiktion? Was ist das Labyrinth? Wer ist Wyatt? Was passiert hier gerade eigentlich?

Bei so vielen Rätseln denken eventuell einige Leute an lost und das Problem mit zu vielen offenen Fragen. Im Gegenteil zu Lost jedoch, befindet man sich bei Westworld bereits im dunkeln und versucht herauszukommen, statt sich immer weiter darin zu verlieren. Vielleicht besteht auch bei niemandem eine Assoziation – ich will diese hier aber auch nicht herstellen. Westworld ist ein Unikat und, jeden Falls für mich, etwas komplett neues. Und das macht es auch zu etwas besonderem. Man muss es geschaut haben, daran kommt kein Weg vorbei und ich hoffe sehr, dass wir noch viel viel mehr erfahren können und die Entwicklung steht voran steigt. Und ich bin in Dolores verknallt.